Import von Sprungwertschnitten
In Grafis können alle Schnitte importiert werden, die in einem der unten aufgeführten Exportformate bereitgestellt werden. Sie werden in Grafis als Sprungwertschnitte importiert. Das Bearbeiten der Sprungwertschnitte ist Gegenstand von Sprungwertgradieren.
Die Importdatenformate im Überblick:
| Datenformate mit Gradierinformationen | |
| AAMA |
DXF und RUL oder DXF ohne RUL mit allen Größen in der DXF-Datei |
| ASTM | analog AAMA |
| ExtendedPN | EPN |
| IBA/VET | IBA und VET. Der Import funktioniert nicht generell, sondern muss ausgetestet werden. |
| Grafis | 001, 002, 003 usw. |
| Datenformate ohne Gradierinformationen | |
|
DXF (AutoCAD-DXF) |
DXF ohne RUL |
| HPGL | PLO, PLT, HGL und andere |
| ISO | CUT, ISO und andere |
Daten können sowohl in Grafis-Konstruktion als auch in Grafis-Schnittbild importiert werden. Im Unterschied zur Grafis-Konstruktion kann im Grafis-Schnittbild der Größengang jedoch nicht neu aufgebaut werden. Nur Konturen, die in der Datei komplett vorhanden sind, werden im Grafis-Schnittbild angezeigt.
Leider ist ein komplett automatischer Import nicht möglich. Der wesentliche Grund ist, dass die Definition des AAMA-Formates nicht eindeutig ist und von den CAD-Anbietern unterschiedlich interpretiert wird, siehe die ausführlichen Erläuterungen in Exportformate und deren Besonderheiten. Zusätzlich ist beim Import in Grafis ein Abgleich des Größenganges erforderlich.
Schrittfolge- Legen Sie ein neues Modell an, da der Import in der Regel die Größentabelle ändert.
- Pull-Down-Menü Datei → Sprungwertschnitt importieren
- Zu importierende Datei auswählen.
- Es erscheint die Größentabelle, mit der Sie die Größen in der Datei den in Grafis üblichen Standardgrößen zuordnen.
- Beim Import von DXF-Dateien erscheint ein weiterer Dialog mit der Auswahlmöglichkeit AAMA-DXF oder AutoCAD-DXF sowie weiteren Optionen. Sofern die Datei von einem Bekleidungs-CAD-System stammt, wählen Sie AAMA-DXF. Anderenfalls wählen Sie AutoCAD-DXF. Für einen ersten Import-Versuch belassen Sie die Optionen im Dialog unverändert.
- Gradieren und prüfen Sie die importierten Schnitte.
- Sofern eine der folgenden Unstimmigkeiten auftreten, wiederholen Sie den Import mit geänderten Optionen. Importieren Sie wieder in ein leeres Modell.
Mögliche Unstimmigkeiten im Fall AAMA-DXF:
- Kurven sind eckig und nicht glatt/weich
- Die Teilebezeichnung in der Grafis-Teileorganisation fehlt oder ist zu kurz.
- Der Import einer ASTM-Datei hat nicht funktioniert.
- Die Außenkontur ist scheinbar doppelt importiert worden, die Linien der Außenkontur verlöschen sich.
- Alle Knipse zeigen in die gleiche Richtung, beispielsweise alle nach rechts oder alle nach oben.
- Die Schnitte haben den falschen Maßstab.
Mögliche Unstimmigkeiten im Fall AutoCAD-DXF:
- Es sind nicht alle Teile zu sehen.
- Sofern beim Import Fehlermeldungen erscheinen oder nichts importiert wurde, importieren Sie mit Datei → Import (reduziert). Import (reduziert) wandelt die Daten nicht in einen gradierfähigen Schnitt um, sondern zeigt genau den Inhalt der Datei an
Der Import von HPGL-, ISO- und DXF-Daten ohne RUL erfolgt immer in die erste Größe. Die Größentabelle wird dabei nicht verändert.
Damit der importierte Schnitt als Sprungwertschnitt in Grafis gradierbar ist, müssen die Größen in der Datei den Grafis-Standardgrößen eines Figurtyps zugeordnet werden.
Dazu öffnet sich der Dialog gemäß Bild 1. Auf der ersten Position der Größentabelle muss eine geeignete Basisgröße eingetragen werden. Alle anderen Größen tragen Sie in der gewünschten Reihenfolge ein. In der Rubrik Verworfene Import-Größen erscheinen die Größen, die in der Import-Datei vorhanden sind, aber noch keiner Größe zugeordnet wurden. Sofern Sie den Import jetzt mit Schließen fortsetzen, werden die Verworfenen Import-Größen nicht eingelesen.
In die Größentabelle können auch Individuelle Größen eingetragen werden. In diesem Fall muss eine korrekte Verweisgröße in der Spalte X-Verweis stehen, da die Gradiersprünge dann diesen Verweisgrößen zugeordnet werden. Dabei ist auch eine Verschiebung des Größenganges beim Import möglich, siehe Bild 2.
Bevor Sie mit Schließen die Größentabelle verlassen, können Sie einen geeigneten Namen für diese Zuordnung, wie beispielsweise ’Damen’ oder ’Herren’ eingeben. Beim nächsten Import wählen Sie dann eine der gemerkten Zuordnungen aus.
Der Dialog Import (Bild 3) erscheint nur für den Import von ASTM/AAMA/DXF-Dateien. Er wird benötigt, da Daten im AAMA-Format oder im ASTM-Format oder im AutoCAD-DXF-Format vorliegen können.
Ist der Button AAMA-Format abgegraut, dann liegen keine Daten im AAMA- oder ASTM-Format vor. In diesem Fall kann nur die Variante AutoCAD-DXF-Format gewählt werden. Gleichzeitig mit dem Dialog Import erscheint ein Informationsfenster mit Informationen aus der Datei.
Vor dem Start des Importvorganges können Sie Optionen einstellen. Für einen ersten Importversuch belassen Sie die Optionen unverändert, da Grafis sie bereits anhand von Informationen aus der Datei vorbelegt hat.
Maßeinheit
Im AAMA/ASTM-Format sind als Maßeinheit eigentlich nur metric oder inch zugelassen. Je nach CAD-System wird aber beispielsweise metric als Millimeter, Zentimeter oder Meter interpretiert. Daher erfolgt die Vorbelegung der Maßeinheit aus den Angaben in der Datei. Der Anwender kann diese Einstellung ändern. Auch die Eingabe einer eigenen Maßeinheit in Millimeter ist möglich. Für Meter müsste der Wert 1000 eingetragen werden.
Kurvenpunkte interpolieren [nur AAMA/ASTM]
Je nach CAD-System werden für eine Kurve ausreichend oder relativ wenig Kurvenpunkte geliefert. Setzen Sie diese Option, wenn im ersten Importversuch die Kurven etwas eckig importiert wurden. Es werden dann zusätzliche Kurvenpunkte interpoliert, so dass die Kurve weicher/glatter wird.
‚Annotation’ als Teilebezeichnung nutzen [nur AAMA/ASTM]
Im AAMA-Format gibt es die zwei Texteinträge PIECENAME für die Identifikation des Teiles und ANNOTATION für eine Beschreibung. Mit diesem Schalter wird festgelegt, ob für die Teilebezeichnung in der Teileliste der Text aus PIECENAME oder aus ANNOTATION übernommen wird. Normalerweise ist der Schalter nicht gesetzt. Einige CAD-Systeme belegen jedoch PIECENAME mit sehr kurzen und wenig informativen Texten. In diesen Fällen bietet es sich an, den Schalter zu aktivieren.
Quality-Layer ignorieren [nur ASTM]
Nur in ASTM-Dateien gibt es einen zusätzlichen Quality-Layer. Dieser Layer enthält die Außenkonturen mit Einzelstützpunkten und war als Hilfsmittel zum Vergleichen in den Zielsystemen eingeführt worden. Wenn ein Quality-Layer vorhanden ist, dann nutzt Grafis diese genaueren Daten. Sollte der Import mit ASTM jedoch nicht funktionieren, dann aktivieren Sie die Option Quality-Layer ignorieren.
Nahtlinien ignorieren [nur AAMA/ASTM]
Einige CAD-Systeme exportieren zusätzlich zur Außenkontur auch die Nahtlinien. Sofern dabei die Nahtzugabe auf 0mm gesetzt war, liegen die Außenkontur und die Nahtlinien doppelt und verlöschen sich. In diesem Fall, oder falls zu viele Hilfslinien importiert wurden, aktivieren Sie Nahtlinien ignorieren.
Knipsrichtung relativ [nur AAMA/ASTM]
Normalerweise wird die Knipsrichtung absolut, bezogen auf das Koordinatensystem angegeben. Einige Versionen von CAD-Systemen interpretieren diese Angabe als relative Angabe bezogen auf die Basislinie des Knipses. Daher gilt: Sofern nach einem ersten Import alle Knipse in die gleiche Richtung zeigen, beispielsweise alle nach rechts oder alle nach oben, dann aktivieren Sie Knipsrichtung relativ.
Automatische Knipswiederholung
Diese Option dient nur als Anzeige für die Behandlung von Knipsen beim Import von AAMA/ASTM-Daten aus Lectra. Hier ist es unter Umständen nötig, die Knipspositionen bei gradierten Größen automatisch von der Basisgröße zu übernehmen. Die Vorbelegung des Schalters erfolgt über die GRAFIS.INI [INTERFACE]/IMPNONLECTRA.
ATTDEF verwenden [nur ASTM]
Der neue Datentyp ATTDEF ist noch nicht vollständig in Grafis implementiert. Sollte beim Einlesen der ASTM-Datei ein Fehler auftreten oder sollten Elemente wie beispielsweise Knipse fehlen, dann kann diese Option geschaltet werden.
BLOCKS ignorieren usw [nur AutoCAD-DXF]
In DXF Dateien werden Linien und Punkte zu BLOCKS zusammengefasst. Darüber hinaus gibt es einen Bereich ENTITIES, in dem zum einen die einzelnen BLOCKS-Bereiche aktiviert werden, zum anderen aber auch gezielt weitere Objekte liegen können. Im Unterschied dazu wird in AAMA- und ASTM-Dateien stets ein Schnittteil zu einem BLOCKS-Bereich zusammengefasst und dieser dann seinerseits in den ENTITIES aktiviert. Bei sonstigen DXF-Dateien ist diese Zuordnung nicht immer eindeutig. Daher gibt es für diesen Import folgende Optionen:
- BLOCKS ignorieren blendet alles aus, was in BLOCKS definiert wird und zeigt ausschließlich die Objekte aus dem Bereich ENTITIES an.
- BLOCKS -> Teile verhält sich wie der Import einer AAMA/ASTM Datei und importiert jeden BLOCK in ein separates Teil. Der Bereich ENTITIES wird ebenfalls in ein extra Teil importiert.
- BLOCKS -> Größen importiert alles in ein Teil, speichert die verschiedenen BLOCKS-Bereiche aber in verschiedene Größen.
- alles in ein Teil ignoriert die Zuordnung nach BLOCKS oder ENTITIES und speichert alle Linien und Punkte in ein Teil.
Sofern Sie nicht sicher sind, wie BLOCKS interpretiert wird, wählen Sie zuerst alles in ein Teil. Damit wird sichtbar, was alles in der Datei vorhanden ist. Danach testen Sie den AutoCAD-DXF-Import der Reihe nach mit allen anderen Optionen und prüfen, bei welcher Variante alle Informationen in der gewünschten Ordnung erscheinen.
Alle Gradierregeln allgemeingültig
Falls die Außenkontur oder innere Linien in der Import-Datei keine durchgängigen Linienzüge sind, können bei der Umwandlung in einen Sprungwertschnitt an Berührungspunkten mit der Außenkontur unterschiedliche Gradierregeln ermittelt werden. Beim Gradieren können dadurch Lücken in der Kontur entstehen. In diesen Fällen kann die Option Alle Gradierregeln allgemeingültig helfen. Sie bewirkt, dass beim Import an einer Position jeweils nur eine Gradierregel erlaubt ist. Andererseits können dadurch neue Probleme entstehen, wenn innere Linien die Außenkontur berühren, aber anders gradieren sollen, als die Außenkontur.
Zusätzliche Optionen in der Grafis.ini [nur AAMA/ASTM]
Versierte Anwender können mit folgenden Schaltern der Grafis.ini, Rubrik [INTERFACE], noch den Import steuern:
MIN_SLITNOTCH und MIN_VNOTCH steuern die Mindestlängen von Knipsen.
IGN_GRADE_REF ignoriert Gradier-Referenzlinie
IGN_PLAID_REF ignoriert die Rapport-Markierung für Karo
IGN_STRIPE_REF ignoriert die Rapport-Markierung für Streifen
DUPL_PCE_MODE steuert die Behandlung doppelter Piece-Names
AAMA_CHK_DOUBLE_RULES prüft auf doppelte Gradierregeln auf einem Punkt
AAMA_ACCEPT_FFPTS akzeptiert freie Funktionspunkte
Die in Grafis importierbaren Dateien können auch per Doppelklick mit Grafis geöffnet werden. Dazu verknüpft man die Dateiendung, z.B. DXF für AAMA/ASTM/DXF-Dateien, mit der Anwendung Grafis.exe. Nach Doppelklick auf eine DXF-Datei startet Grafis, legt ein leeres Modell an, fragt das gewünschte Maßsystem ab und beginnt direkt mit dem Import der Datei.