Drapieren und Formen
Drapieren und Formen von Punkt zu Punkt
Drapieren und Formen mit Richtung
Das Drapieren und Formen braucht immer eine geschlossene Kontur zwischen den beiden Basislinien. Die Anzahl der Sperrlinien bleibt nachträglich variabel. Typische Einsatzgebiete für das Drapieren und Formen sind:
- Teile mit Falten, wie bspw. Faltenröcke,
- Einarbeiten von Länge in die Kontur, um zu kräuseln,
- Hinzufügen oder Entnehmen von Länge, um die Passform zu beeinflussen.
Das Ergebnis vom Drapieren und Formen ist zumeist eine abgeschlossene Produktentwicklung. Es beinhalten bereits diverse einzelne Entwicklungsschritte, wie das Verteilen der Sperrlinien, das Sperren selbst, das Finalisieren der Kontur mit Dachbildung und das Auszeichen der Modellierungskurve.
Das Sperren und das Drapieren und Formen können auch in Mutterteilen aufgerufen werden, da die Objektstruktur erhalten bleibt.
Für das Drapieren und Formen werden zuerst zwei Basislinien angewählt. Diese definieren später Anfang und Ende der Sperrlinien. Der Sperrbereich wird über die erste und letzte Sperrlinie bestimmt. Die Anzahl der dazwischen liegenden Sperrlinien kann interaktiv eingestellt und damit jeder Zeit verändert werden. Das Drapieren und Formen bietet außerdem die Möglichkeit, innerhalb des Tools bereits Falten oder Abnäher mit entsprechender Dachbildung zu definieren.
Drapieren und Formen von Punkt zu Punkt
und Drapieren und Formen mit Richtung ![]()
- Tool in der Werkzeugleiste auswählen
- In der Kontextleiste Autostart
und Zyklisch
aktivieren / deaktivieren - Erste Basislinie wählen
- Zweite Basislinie wählen
- Anfangspunkt der ersten Sperrlinie auf der ersten Basislinie den mit demUntermenü Punktkonstruktion konstruieren
- Typ Punkt zu Punkt: Auf der zweiten Basislinie den Endpunkt der ersten Sperrlinie mit dem Untermenü Punktkonstruktion konstruiere oder
Typ mit Richtung: Ausrichten der Linie mit dem Untermenü Richtungskonstruktion (Basisrichtung einstellen, Differenzrichtung einstellen)
- Anfangspunkt der letzten Sperrlinie auf der ersten Basislinie den mit dem Untermenü Punktkonstruktion konstruieren
Typ Punkt zu Punkt: Auf der zweiten Basislinie den Endpunkt der letzen Sperrlinie mit dem Untermenü Punktkonstruktion konstruieren
Typ mit Richtung: Ausrichten der Linie mit dem Untermenü Richtungskonstruktion (Basisrichtung einstellen, Differenzrichtung einstellen)
- Zu sperrende Objekte wählen
- Auswahl mit
bestätigen
Beispiel: Drapieren und Formen von Punkt zu Punkt ![]()
Beispiel: Drapieren und Formen mit Richtung ![]()
Funktionen der Kontextleiste
Ein interaktives Tool vom Typ von Punkt zu Punkt
oder mit Richtung
kann nach dem Holen jederzeit in den jeweils anderen Typ umgewandelt werden. Ein Kick auf einen der beiden Buttons in der Kontextleiste startet den Pickvorgang, bei dem bei Punkt zu Punkt
der Endpunkt oder bei Mit Richtung
die Richtung neu gesetzt wird. Der ursprüngliche Anfangspunkt wird bei einem Typwechsel immer übernommen.
Die Funktion wird erst aktiv, wenn abweichend zu einem Masterwert
Der Masterwert steuert in Werkzeugen mit mehreren Objekten zur interaktiven Einstellung die Werte der anderen Objekte mit. Wird er verändert, ändern sich auch alle anderen Werte. In der Regel wird der Masterwert dem beim Holen zuerst angewählten Objekt zugewiesen. weitere Werte additiv oder separat eingestellt wurden. Diese Funktionalität steht in einigen Werkzeugen nur nach einer Optionsumschaltung zur Verfügung. Mit Werte nullen
werden alle additiven oder separaten Einstellungen zurückgesetzt.
Ist beispielsweise die Option Sperrbeträge einstellen auf Sperrbeträge additiv einstellen oder Sperrbeträge einzeln einstellen eingestellt, dann sind die Sperrbeträge aller Sperrlinien veränderbar. Wurden Veränderungen an untergeordneten Sperrlinien vorgenommen, dann können diese Veränderungen mit der Funktion Werte nullen
wieder genullt werden.
Mit Neu Setzen wird der gesamte Pickprozess nochmals durchlaufen. Die Basiselemente der aktiven Funktion, z.B. Punkte, Linien, Richtungen, werden der Reihe nach abgefragt. Dabei kann separat entschieden werden, ob das jeweilige Basiselement beibehalten oder neu gesetzt wird. Mit einem Rechtsklick wird die ursprüngliche Position / Einstellung übernommen.
So können einzelne Basislinien für das Drapieren mit einem Rechtsklick beibehalten und andere Basislinien neu definiert werden.
Es öffnet sich der Dialog Objekte wählen, in dem zusätzliche Objekte ausgewählt oder zuvor ausgewählte Objekte wieder abgewählt werden können. Mit Rücksetzen
werden alle bereits ausgewählten Objekte wieder abgewählt. Es muss mindesten ein Objekt ausgewählt sein. Nur dann ist der Button Weiter
aktiv. Mit einem Klick auf diesen Button wird das Nachreichen beendet.
Optionen
Optionen (Auswahl) im Gestaltungsbereich Sperrlinien
Nach dem Holen des Tools ist zunächst der Gestaltungsbereich Sperrlinien aktiv. In diesem Gestaltungsbereich wirken insbesondere die Optionen der Kategorie Sperrlinien.
Im Ausgangszustand sind in dieser Kategorie zunächst nur zwei Optionen aktiv.
Anfangs- und Endabstand nicht vorgeben: Der Anfangs- und Endabstand ergeben sich. Das bedeutet, dass die erste und letzte Sperrlinie bei der gleichmäßigen Verteilung aller Sperrlinien mit berücksichtigt werden. Ihre Position kann in diesem Fall nicht aktiv verändert werden. Die entsprechenden Schleppanfasser und Optionen sind inaktiv.
Anfangs- und Endabstand vorgeben: Anfangs- und Endabstand werden vorgegeben. Die gleichmäßige Verteilung der Sperrlinien erfolgt jetzt nur zwischen der ersten und letzten Sperrlinie. Die Position dieser beiden Sperrlinien kann mithilfe weiterer Optionen und Schleppanfasser bestimmt werden.
Es gibt drei Varianten für die Verteilung der Sperrlinien.
Entlang der Basislinie verteilen: Der Abstand zwischen den Sperrlinien wird gleichmäßig entlang der ersten und zweiten Basislinie verteilt. Diese Option ist besonders für Basislinien mit einem gleichmäßigen Verlauf geeignet.
Von Punkt zu Punkt verteilen: Der Abstand zwischen den Sperrlinien wird gleichmäßig auf einer geraden Hilfslinie zwischen den Schnittpunkten erste Sperrlinie / Basislinie und letzte Sperrlinie / Basislinie verteilt. Diese Option ist besonders für Basislinien mit einem ungleichmäßigen Verlauf geeignet.
Parallel verteilen: Der Abstand zwischen den Sperrlinien wird mit Hilfe eines Rechtecks ermittelt. Dieses Rechteck wird mit folgenden Punkten definiert: Schnittpunkt erste Sperrlinien / erste Basislinie, Schnittpunkt erste Sperrlinie / zweite Basislinie und Schnittpunkt letzte Sperrlinie / erste Basislinie. Die Verteilung der Sperrlinien findet auf den Hilfslinien dieses Rechtecks statt. Ist diese Variante nicht sinnvoll konstruierbar, dann wird intern eine Verteilung Von Punkt zu Punkt vorgenommen. Der Anwender wird in der interaktiven Umgebung informiert.
Typ von Punkt zu Punkt ![]()
Sperrlinien entlang der Basislinie verschieben: Der Verschiebewert für die Anfangs- und Endpunkte der Sperrlinie wird entlang der Verschiebelinie abgetragen.
Sperrlinie parallel verschieben: Die Sperrlinie wird als Parallele zur gestrichelt dargestellten Basislage gebildet. Der Verschiebewert am Anfangspunkt ist in diesem Fall der Parallelenabstand zur Basislage. Der Verschiebewert am Endpunkt ist ein additiver Betrag zum Parallelenabstand.
Typ mit Richtung.
Sperrlinien entlang der Basislinie verschieben: Der Verschiebewert für die Anfangspunkte der Sperrlinien wird entlang der Verschiebelinie abgetragen. Die Richtung der Sperrlinien bleibt unverändert.
Sperrlinie parallel verschieben: Die Sperrlinie wird als Parallele zur gestrichelt dargestellten Basislage gebildet. Der Verschiebewert am Anfangspunkt ist in diesem Fall der Parallelenabstand zur Basislage. Der Verschiebewert am Endpunkt ist ein additiver Betrag zum Parallelenabstand.
Typ von Punkt zu Punkt ![]()
Sperrlinien entlang der Basislinie verschieben: Der Verschiebewert für die Anfangs- und Endpunkte der Sperrlinie wird entlang der Verschiebelinie abgetragen.
Sperrlinie parallel verschieben: Die Sperrlinie wird als Parallele zur gestrichelt dargestellten Basislage gebildet. Der Verschiebewert am Anfangspunkt ist in diesem Fall der Parallelenabstand zur Basislage. Der Verschiebewert am Endpunkt ist ein additiver Betrag zum Parallelenabstand.
Typ mit Richtung.
Sperrlinien entlang der Basislinie verschieben: Der Verschiebewert für die Anfangspunkte der Sperrlinien wird entlang der Verschiebelinie abgetragen. Die Richtung der Sperrlinien bleibt unverändert.
Sperrlinie parallel verschieben: Die Sperrlinie wird als Parallele zur gestrichelt dargestellten Basislage gebildet. Der Verschiebewert am Anfangspunkt ist in diesem Fall der Parallelenabstand zur Basislage. Der Verschiebewert am Endpunkt ist ein additiver Betrag zum Parallelenabstand.
Zweite Sperrlinie parallel von der ersten Sperrlinie aus verschieben : Es wird nicht die letzte sondern die zweite Sperrlinie eingestellt. Sie kann in einem parallelen Abstand zur ersten Sperrlinie verschoben werden. Alle untergeordneten Sperrlinien werden entsprechend mit verschoben. Die letzte Sperrlinie kann bei dieser Einstellung nicht aktiv verschoben werden.
Letzte Sperrlinie parallel von der ersten Sperrlinie aus verschieben kann die letzte Sperrlinie in einem parallelen Abstand zur ersten Sperrlinie verschoben werden.
Optionen (Auswahl) im Gestaltungsbereich Sperren
Diese Optionen sind nur im Gestaltungsbereich Sperren aktiv.
Diese Option steuert, ob der Anfasser am Ende der Master-Sperrlinie additiv oder direkt verrechnet wird.
Sperrbetrag am Ende additiv: Der Anfasser am Ende der Sperrlinie wirkt additiv zum Sperrbetrag am Anfang der Sperrlinie. Der Sperrbetrag am Ende der Sperrlinie bildet sich in diesem Fall aus dem Sperrbetrag am Anfang der Sperrlinie plus dem am Ende der Sperrlinie eingestellten Betrag.
Sperrbetrag am Ende einzeln: Mit dem Anfasser am Ende der Sperrlinie wird direkt der Sperrbetrag eingestellt.
Diese Option steuert, wie die Sperrbeträge in den untergeordneten Sperrlinien gebildet werden.
Insgesamt einstellen: Die Einstellungen an der Master-Sperrlinie gelten auch für die untergeordneten Sperrlinien. Die Sperrbeträge werden nur an der Master-Sperrlinie eingestellt.
Additiv einstellen: An den untergeordneten Sperrlinien erscheinen zusätzliche Anfasser für die Sperrbeträge. Die Sperrbeträge an den untergeordneten Sperrlinien bilden sich in diesem Fall aus dem Sperrbetrag der Master-Sperrlinie plus dem an der untergeordneten Sperrlinie eingestellten Betrag.
Einzeln einstellen: Der Sperrbetrag kann für jede untergeordnete Sperrlinie einzeln eingestellt werden. Die Option Sperrbetrag einzeln oder insgesamt vorgeben ist in diesem Fall nicht aktiv.
Diese Option steuert, ob ein Grundbetrag für das Sperren eingestellt und verteilt oder der Sperrbetrag je Sperrlinie vorgegeben wird. Ist die Variante insgesamt aktiv, wird der Grundbetrag zunächst gleichmäßig auf alle Sperrlinien verteilt. Hinzu kommen dann die eventuellen additiven Beträge an den einzelnen Sperrlinien.
Nivellierung
Eine Nivellierung wird nur aktiv, wenn Sperrbetrag insgesamt vorgeben aktiv und mindestens eine Basislinie als Kurve geformt ist. Nur in diesem Fall kann es vorkommen, dass der eingestellte Grundbetrag für das Sperren durch die Kurvenformung nicht exakt erreicht wird. Es kann dann optional mit dem Nivellierungsanfasser nachgestellt werden. Dieses Nivellieren ist optional und muss nicht zwingend erfolgen.
Im Beispiel ist für die zweite Basislinie ein Grundbetrag für das Sperren von 159 mm vorgegeben. Durch die Kurvenformung werden aber nur 158 mm erreicht. Die Gesamtlinienlänge und der erreichte Sperrbetrag werden rot dargestellt. Über den Nivellierungsanfasser kann jetzt die Gesamtlinienlänge minimal verändert werden, sodass der Grundbetrag für das Sperren erreicht wird.